• 5. Mai 2009 16:05
  • Besprechung, Sendung vom 09.05.2009

Fluss ausgetrocknet? Rivva wird nicht weiterentwickelt


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Frank Westphal, Gründer und Entwickler des News-Aggregators Rivva, gab in dieser Woche bekannt, Rivva nicht mehr aktiv weiterführen zu wollen.

Nach dem amerikanischen Vorbild Techmeme aggregiert Rivva wichtige Themen aus der deutschen Blogossphäre, so dass man auf einer Startseite zusammengefasst erkennen kann, worüber gerade geschrieben und diskutiert bzw. zu welchen Seiten verlinkt wird. Die Seite wird ständig automatisch aktualisiert und entsprechende Themen erscheinen, je nach Relevanz, größer und kleiner.  Rivva ist somit ein Meme-Tracker,  der ein Koningent von RSS-Feeds, größtenteils von Blogs, analysiert und regelmäßig abholt. Außerdem erkennt der Algorithmus, welche Artikel neu eingestellt wurden, prüft die Verlinkungen und versucht wiederkehrende Vernetzungen auszumachen. Ein Link fungiert damit wie eine Empfehlung, neue Webseiten werden erst nach Prüfung ihres thematischen Bezuges in den Pool aufgenommen. Kürzlich kam auch die Indizierung deutschsprachiger Twitter-Accounts und eine Veranstaltungsseite hinzu.

Werbung oder andere Kommerzialisierungsansätze blieben bei Rivva aus. Auch aus dem einfachen Grund, dass Frank Westphal als Freiberufler juristisch keine Werbung verkaufen konnte. Zudem ließ er die Rivva nicht über Google indizieren, was auch daran lag, dass Google den Meme-Tracker als Spamseite definieren würde.
Die Alternative blieben Bannerwerbung oder die Positionierung gesponserter Artikel auf der Startseite, die dann als Anzeige deklariert werden. (wie bei Techmeme). Beides wurde bislang nicht realisiert und es war wohl die persönliche Enscheidung von Frank Westphal selbst, die Weiterentwicklung des Portals zu beenden.
In den Reaktionen gab es auch einige Stimmen, die eine Offenlegung wünschen, um Rivva als Open-Source Projekt weiterführen zu können. Oder es findet sich ein idealistischer Sponsor – oder zahlreiche Spender, wie es bei Medienlese der Fall war. Dass es mehr war als ein kleiner Dienst und auch über die Blogossphäre  hinausragte, zeigt die Vergabe des LEAD Award.
Angebote wie Rivva, die von manchen Zeitungen als Konkurrenten angesehen wurden, haben im Grunde genommen traditionelle und „neue“ Leitmedien zusammenbegracht. Rivva wertet nicht nur die Verlinkungen von Blogs untereinander aus, sondern Links von Blogs auf Printmedien.

Grafik: planspark via Flickr