• 13. November 2010 23:11
  • Netzmusik

Fetter Rap, breite Beats, ein Jubiläum und ein Soundtrack

Wie immer feinste Musik aus dem Netz


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Glückwunsch, 23seconds.org! Das 50. digitale Album des schwedischen Netlabels ist draußen – und zum Jubiläum gibt’s eine schöne Compilation mit den „Evergreens“ des Labels. „Evergreens Vol. II“ ist der Titel. Der Rundumblick zeigt, dass die Göteburger Musiksammler sich nicht so streng wie manch andere Netlabel zwischen Elektro und handgemachter Musik entschieden haben, sondern rausbringen, was ihnen gefällt und sympathisch ist. Und so schwirren munter elektronische Knurpsel-Klänge durch den Raum, breite Beats, fetter Rap oder melancholische Gitarren-Klänge, legt man das Album auf. Oder ein. Beziehungsweise: lädt es einfach runter.

Und dann noch ein großes Danke an daytrotter.com!

Daytrotter ging mit großen Vorsatz an die Sache mit dem Internet ran: Keinesfalls sollte ein Musikportal entstehen, dass das Konzept anderer Portale kopiert, dann aber so tut, als sei es brandneu. Die Macher der Seite entschieden sich für neue Musik, als Basis des Portals. Und damit die auch wirklich neu und so nie dagewesen ist, wird sie live im Daytrotter-Studio eingespielt. Das befindet sich in Illinois, Equipment ist vor Ort, sieben Indie-Bands pro Woche stehen im Studio – entweder weil sie aus der Gegend kommen, oder auf Tour einen Zwischenstopp bei daytrotter einlegen. Die Sessions stehen nach der Aufnahme dann umsonst im Netz zum Download. Und so wird das Erkunden der Seite zum Blind-Date-Konzertbesuch: Man kann Bands kennen lernen, oder auch Songs der Lieblingsband ins Daytrotter-Gewand gesteckt, neu entdecken. Auf nach Illinois!

Und zum großen Finale: Lös’ den Fall, Moe Hackett!

Ein Hörspiel als Social-Media-Projekt – das steckt hinter dem fast einstündigen Hörereignis „Moe Hackett“. Über Facebook und Twitter wurde gecastet, nach einem halben Tag waren alle Rollen besetzt, keiner der Teilnehmer ist Profi. Wie wurde produziert, worum geht’s und wer kam auf die Idee? Das fragen wir Judith Rachel, einer der Macherinnen. Und weil es auch einen Soundtrack zum Hörspiel gibt, spielen wir natürlich auch daraus Musik.