• 20. August 2011 12:08
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Facebook-Like, HPs Betriebssystem, Netzsperren

Die Medien und Meinungen vom 20. August 2011


Ein Fast-Verbot, einen Kurswechsel mit ungewissem Ausgang und Neues von den Netzsperren – das hat Kollegin Vera Linß heute bei den Medien und Meinungen im Gepäck.

Am Freitag kursierte die Meldung, dass Datenschützer den Like-Button von Facebook so bedenklich finden, dass sie ihn abschalten wollen. Schon jetzt mache man sich strafbar. In einer Mitteilung forderte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) Stellen im Land auf, Facebook-Fanpages und Like-Buttons zu entfernen. Auf Twitter fragten sich manche Nutzer: Ist das ein Hoax? Auch im Ausland macht man sich schon Gedanken darüber.

Der ULD kritisierte auch den Einsatz von Fanseiten und begründete seine Bedenken:

„Bei Nutzung der Facebook-Dienste erfolgt eine Datenweitergabe von Verkehrs- und Inhaltsdaten in die USA und eine qualifizierte Rückmeldung an den Betreiber hinsichtlich der Nutzung des Angebots, die sog. Reichweitenanalyse. Wer einmal bei Facebook war oder ein Plugin genutzt hat, der muss davon ausgehen, dass er von dem Unternehmen zwei Jahre lang getrackt wird.“

Den Facebook-Button solle man besser nicht klicken, so das ULD. Das würde den Button aber wenig kratzen: Denn er trackt eingeloggte Facebook-Nutzer ja auch ohne Klick. Hilft nur die zweite ULD-Empfehlung: Den Netzwerkriesen ganz meiden. Oder die Kontrolle über seine Daten aufgeben.

Die zweite Meldung: Hewlett-Packard will sein Betriebssystem WebOS für Telefone und Tablet-Computer einstellen. Das System lief unter anderem auf den Palm-Geräten. Nachdem ein HP-Tablet gefloppt ist, dreht das Unternehmen ab. Wie es genau weitergeht, ist noch nicht klar. Vielleicht spekuliert HP darauf, in einem ähnlichen Deal wie zwischen Motorola und Google ein gutes Sümmchen für die Patente einzustreichen. HP soll auch planen, die PC-Sparte einzustellen. Anscheinend zieht sich der Konzern aus dem Konsummarkt zurück.

Und die Netzsperren sind wieder auf dem Vormarsch. In der Türkei soll ab Montag das Internet flächendeckend gefiltert werden. Wer ins Netz will, muss sich dann entscheiden, welchen Filtermodus er wählen möchte: Das Kinder-, Familien-, Inlands- oder Standardpaket. Außerdem sollen Websites mit pornografischen Inhalten gesperrt werden. In Kasachstan wurde wegen angeblicher Verbreitung von Terrorismus der Zugang zu mehr als zwei Dutzend sozialen Netzwerken im Internet gesperrt.

Bild: „Geht so“ gibt’s nicht! Nur auf dem Facebook von Raul Krauthausen