• 28. August 2010 17:08
  • Digitale Kultur, Medienwandel, Sendung vom 28.08.2010, Topic

Every medium has new storys to tell

Geschichtenerzählen im Web 2.0


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„Es war einmal…“, das ist eine typische Einleitung für ein Märchen, besonders populär natürlich in den Erzählungen der Gebrüder Grimm. Ebenso typisch: die lineare Handlung, der Fokus auf einen oder mehrere Protagonisten und ein gewisser Spannungsbogen. Und an dieser Erzählweise hat sich in den letzten 200 Jahren kaum etwas geändert. Selbst wenn die Geschichte, die wir uns des Abends in der Kneipe erzählen, nicht mit „Es war einmal“ anfängt, sondern mit „Hey, weißt Du, was mir heute passiert ist“ – die Tradition des Geschichtenerzählens lebt weiter. Und immer mehr per Netz. Das spontan gedrehte Youtube-Video „charlie bit my finger“ verzeichnet bereits über 22 Millionen Aufrufe. Eine einfache – eine offenbar zeitgemäße Geschichte.

Am „Center für Contemporary Storytelling“ der Züricher Hochstschule der Künste beschäftigen sich Wissenschaftler und Künstler mit der Frage, wie Geschichten im Internet erzählt werden. Kollege Christian Grasse hat sich deren Thesen angeschaut: Das Internet ermögliche zum Beispiel: mediale und vor allem transmediale Erzählungen. „Es geht darum, Informationen und Inhalte in verschiedenen Kanälen anzubieten, die der Zuschauer konsumiert“, erklärt der amerikanische Medienwissenschaftler Henry Jenkins. Das Netz erlaube dem Publikum, sich aktiv an einer Geschichte zu beteiligen – zum Beispiel durch Foren oder soziale Netzwerke.

Mit Kurt Reinhard, dem Leiter des internationalen Projekts sprachen wir im Anschluss über digitales Storytellung und die erzählerischen Unterschiede zwischen selbstgemachten Youtube-Videos und professionellen Fernseh-Produktionen.

Bild: fleno.de @ flickr CC-BY-SA