• 29. Oktober 2008 08:10
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„Erpressung“ im Florida-Wahlkampf


Entweder Du wählst Obama oder Du bekommst keinen Besuch von Deinen Enkelkindern – darauf läuft’s hinaus, wenn es nach den Machern der Internetseite www.thegreatschlep.com geht.
Die Seite richtet sich an die Enkelkinder, wahrscheinlich aber auch an die Kinder, von jüdischen Wählern in Florida. Sie sollen ihre dort lebenden Verwandten dahingehend beeinflussen, dass sie am 04. November Barack Obama wählen.
Als „Schlep“, ein Wort, das seinen Weg über das Mittelhochdeutsche und Yiddische ins Englische gefunden hat, wird in diesem Fall die Reise nach Florida bezeichnet. Enkelkinder sind aufgerufen, sich auf den Weg in den „Sunshine State“ zu machen, dort ihre Großeltern zu besuchen und sie von Obama zu überzeugen. Alternativ können sie auch einen Brief oder eine e-mail schreiben oder die Großeltern telefonisch „beraten“.
Die jüdischen Wähler wählen zwar mehrheitlich demokratisch, wie Religionsprofessor Ron Kiener in seinem blog beschreibt, allerdings ist Florida ein entscheidender Staat. Mit seinen 27 Stimmen im Electoral College, dem Wahlgremium, das nach der Wahl den Präsidenten wählt, kommt Florida eine entscheidende Position zu. Nur New York, Texas und Kalifornien haben mehr Stimmen. Außerdem ist Florida auch bei der diesjährigen Wahl, wie auch im Jahr 2000, ein Battleground- oder Swing State, der für keinen der Kandidaten als sicher gilt.
Also: auf nach Florida, sagen die Macher von thegreatschlep.com. Mit der Aussicht auf einen zusätzlichen Besuch ihrer lieben Enkelkinder noch in diesem Jahr lassen sich die Großeltern vielleicht davon überzeugen, Obama zu wählen. Ansonsten, so sagt die junge Frau im Video auf der Seite, „wollen wir mal hoffen, dass die Großeltern auch im nächsten Jahr noch bei guter Gesundheit sind“.