• 4. Mai 2013 16:05
  • Sendung vom 04.05.2013, Topic

Hier und dort, feldaus, feldein, streamen, chatten, surfen.

#Drosselkom und die neue Debatte um Netzneutralität


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Was haben mitteleuropäische Sperlingsvögel mit der Deutschen Telekom zu tun? Nun ja, erstmal nicht viel. Wenn man aber dieser Tage ins Netz schaut, werden zumindest beide in einem Atemzug genannt. Aus der Telekom wurde in der vergangenen Woche die #Drosselkom. Der Grund: Europas größtes Telekommunikationsunternehmen hat in dieser Woche neue Flatrate-Tarife für die Internetnutzung im Festnetz eingeführt. Wer viel surft, wird abgebremst. Zwar soll die Drosselung laut Telekom erst ab 2016 greifen, die Auswirkungen auf unser aller Internet könnten jedoch gravierend sein, meinen Kritiker.

Moritz Metz fasst nochmal zusammen, was das Problem ist an den geplanten Tempolimits auf der Datenautobahn – dass nämlich hierdurch bestimmte Dienste bevorzugt und somit alle anderen Dienste benachteiligt werden. Das verletzt die Netzneutralität.

Dann sprechen wir mit Constanze Kurz über die möglichen Folgen für das Netz. Sie ist Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Projektleiterin am Forschungszentrum Kultur und Informatik an der HTW Berlin. Als Sachverständige der Internet-Enquete nahm sie auch an Verhandlungen über Netzneutralität teil.

Zusätzlich telefonierten wir mit Dr. Simon Schlauri. Der Rechtsanwalt ist Experte für Netzneutralität und Privatdozent an der Universität Zürich. Er hat uns erklärt, warum Eingriffe in die Netzneutralität nicht zwangsläufig zu verteufeln sind – dieses Gespräch gibts hier exklusiv als MP3.

Und: Wer weiß, vielleicht müssen wir alle bald genau darauf achten was und wieviel wir aus dem Netz herunterladen. Was es im Monat kostet, einen Internetanschluss zu haben, das sieht ja jeder auf seinem Kontoauszug. Was aber kaum jemand weiß ist, wie sich diese Kosten zusammensetzen. Wie teuer ist es für einen Internetprovider, wenn Nutzer ein Gigabyte Daten aus der Leitung zieht oder ins Netz hochlädt? Dieser Frage ist Jochen Dreier nachgegangen in seimem Beitrag über die Daten und die wahren Kosten, die sie erzeugen.

Bild: Dan Zen @ flickrCC-BY