Drohnen, Datenrouten und Browser-Jeopardy


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Drohnen sind längst Alltag in der Kriegsführung geworden. Fast jedes Militär besitzt Unmanned Aerial Vehicle (UAV), wie sie militärisch korrekt bezeichnet werden. Einige nutzen sie nur zur Aufklärung, viele Staaten als Kampfgerät. Auch Deutschland möchte Drohnen besitzen und hat gerade angekündigt Heron TP aus israelischer Herstellung zu mieten.

Kurz nach dieser Aufrüstungs-Meldung veröffentlicht das Investigativ-Magazin „The Intercept“ eine Geschichte, die aufhorchen lässt: Offenbar konnten die NSA und der britische GCHQ die Signale israelischer Drohnen abhören und entschlüsseln.

Das zeigen Dokumente und Bilder aus dem Fundus der Snowden-Leaks. Besonders viele Bilder zeigen die Heron TP-Drohne. Diese ist nämlich fähig von Israel den Iran zu erreichen und bis zu einer Tonne Ausrüstung zu tragen – Kameras oder eben Bomben. Und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kann auf den Bildern erkannt werden, dass Israel bewaffnete Drohnen über dem Gaza-Streifen und der Westbank fliegt – dies bestreitet das Land aber öffentlich.

Wir sprechen mit Henrik Moltke, einem der Autoren, über gehackte Drohnen und Sicherheit in Zeiten von computergesteuerter Kriegsführung.

Datentracker auf dem Flüchtlingstrek

Millionen Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak und anderen Krisenstaaten sind auf der Flucht. Doch was von außen nach einer unkontrollierten Masse aussieht, ist in der heutigen Zeit ein stetiger Strom von Daten. Der UNHCR hat heute fast in Echtzeit Informationen über die Flüchtlinge in den Camps. Keine Flüchtlingshelfer mehr mit Klemmbrett und Stift. In der Türkei, Jordanien und dem Libanon werden all die Menschen mit Hilfe von Iris-Scannern digital registriert – und später können sie durch die gleichen Geräte beispielsweise an Geldautomaten Bares abheben.

Der Libanon und Jordanien, diese beiden relativ kleinen Ländern im Nahen Osten, haben einen Großteil der Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und meistern dies oft hervorragend für ihre Verhältnisse – eben auch durch die Nutzung von Big Data. Deutschland dagegen hat ordentlich Probleme mit der Registrierung, die teilweise noch über Fax läuft. Eher Stein-, als Neuzeit. Wir sprechen mit Ben Wagner und Raphael Bossong vom Centre of Internet and Human Rights der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Browser für 200

Der Browser ist der Zugang zum Netz für fast jeden Otto-Normal-Surfer. Doch Browser verändern sich stetig. Vor Jahren war der Internet Explorer unangefochten, Apple-Jünger kannten immer nur Safari, dann wurde der Firefox immer beliebter bis Google mit seinem eigenen Fenster zum Netz einstieg und mit Chrome immer mehr den Markt dominiert. Andere dagegen verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Opera kennt kaum noch jemand, außer die Fans und die nutzen lieber eine alte Version. Firefox hat große Probleme, weil der Browser der Mozilla Foundation mobil keine Rolle spielt. Doch auch völlig neue Ansätze kommen auf, wie Brave, der Nutzer an den Einnahmen aus Werbung beteiligen möchte.
Philip Banse spielt Browser-Jeopardy mit Daniel Berger aus der c’t-Redaktion.

Die Medien und Meinungen der Woche trägt Jan Rähm zusammen. An den Mikrofonen begrüßen Christine Watty und Tim Wiese. Jochen Dreier hält und strickt die roten Fäden der Redaktion und im Netz zusammen.

Bild: Screenshot von The Intercept | Bild von Heron TP-Drohne aus Snowden-Leaks

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