• 28. Januar 2012 15:01
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 28.01.2012

Russische Internetfirmen, neue Protest-Allianzen, Huffington Post in Deutschland

Die Medien und Meinungen vom 28.01.2012


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In den Medien und Meinungen berichtet heute Vera Linß von ihrer Reise zur DLD, der Digital Life Design Konferenz. Unter dieser Überschrift treffen sich in München alljährlich Ende Januar die wichtigsten Internetunternehmer und Shooting Stars der Branche, um über die digitale Zukunft zu diskutieren. In diesem Jahr fand die Konferenz zum achten Mal statt. Über 800 Teilnehmer – darunter CEOs von Amazon, Dropbox, Twitter, Soundcloud, Huffington Post, Tumblr, des Kabelunternehmens Liberty Global, des russischen Facebook-Konkurrenten vk.vom oder Facebooks Finanzchefin Sheryl Sandberg.

Vera Linß: „Am meisten beeindruckt haben mich die russischen Internetunternehmer, von denen wusste ich einfach bis dahin nicht allzu viel. Das sind die größten europäischen Internetunternehmer auf dem Markt und denen ist es z.B. gelungen, in Russland Facebook und Google an den Rand zu drängen. Von denen werden wir in einer der nächsten Breitband-Ausgaben mehr hören. Nichts gehört hatte man auf der DLD von Twitters Plänen, sich zu fragmentieren, die Mitte der Woche bekanntgeworden sind. Twitters Chef Jack Dorsey war ja auch in München. Twitter baut sich um, will auch eine Zweigstelle in Deutschland, um näher an die User ranzukommen. Und Twitter will aber auch nach China. Und dafür ist man auch bereit Inhalte zu filtern, was in der Netzgemeinde auf viel Protest stößt – wobei später herauskam, dass die Filterung von jedermann umgangen werden kann.

Apropos Netzgemeinde. Im Zusammenhang mit SOPA haben wir beobachtet, dass es ganz neue Internetallianzen gegeben hat im Kampf für ein freies Netz. Ob dies von Dauer sein wird, habe ich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gefragt – und er hat folgendes darauf geantwortet:

O-Ton Jimmy Wales: “In diesem Fall war es ein Leichtes für uns zusammenzuarbeiten. Dieser Gesetzentwurf war einfach zu dumm. Aber ich glaube nicht, dass es eine neue Qualität der Zusammenarbeit war. Wir haben uns nicht abgestimmt. Ich habe mit kaum jemandem gesprochen und sie haben auch kaum mit mir gesprochen. Aber tatsächlich ist das etwas, worüber wir mal nachdenken sollten, denn die Filmindustrie in Hollywood koordiniert ihre Aktivitäten. Vielleicht sollten wir das auch tun. Ich weiß es nicht genau.”

Ein Thema dieser Woche war auch der Start der „Huffington Post“ in Frankreich am Montag. Und Ariana Huffington höchstselbst war Gast auf der DLD. Zu ihrer Vision bezüglich der „Huffington Post“ hat sie erstmal gar nichts gesagt. Es ist unglaublich, wie schwer es ist, Frau Huffington vors Mikro zu bekommen, lebt sie doch selbst vom Journalismus.ln. Dann habe ich sie doch kurz vors Mikro bekommen und sie gefragt, wann es denn in Deutschland losgeht.“

O-Ton Huffington: Wir wollen mit einer großen deutschen Medienmarke zusammenarbeiten und können hoffentlich im nächsten Jahr starten. Die Vision ist, die typische Huffingtonpost nach Europa zu bringen. die ihre Wurzeln hat in der Kultur jedes Landes, bei der lokale Journalistne beteiligt sind. Aber die Social Tools sollen dabei sein und das Engegament, für das die Huffington Post bekannt ist.

Bild: Vera Linß bei Twitter