• 15. Mai 2008 11:05
  • Off-Air, Sendung vom 17.05.2008

Diktatur der Präsenz, Informationsströme und Authentizität – Medien in Echtzeit


Das Internet entwickelt sich immer mehr zu einem Medium, das Informationen und private Nachrichten ohne Zeitverzögerung in Echtzeit liefert – Somit entsteht  „volatiler Kommunikationsraum einer völlig neuen Art“ analysiert Harmut Wöhlbier auf Telepolis.
Doch auch Kommunikation und Interaktion zwischen Marken und Konsumenten spielt sich mehr und mehr in Echtzeit ab. Der heute gestartete größte europäische Kongress zur Zukunft und Relevanz des Webs  – next08 – steht unter dem Motto: „Get realtime“. Auf http://www.fischmarkt.de/ finden sich Live-Blogs von den Panels. Ein Themenstrang beschäftigt sich mit der Frage, wie Medien in Echtzeit funktionieren. Voraussetzung für diese Entwicklung sind Provider, die es jedermann ermöglichen, eine eigene TV-Station im Netz zu starten.
Die amerikanischen Marktführer Justin.tv und Ustream.TV sind erst vor 19 Monaten gegründet worden, beide Plattformen sind zuletzt sehr stark gewachsen.
So kündigte auch YouTube im Februar an, seine Plattform ebenfalls mit einem Live-Streaming-Service zu erweitern. Mit Zaplive.tv (Freiburg) und Webzooms.tv (Karlsruhe) haben auch zwei deutsche Anbieter den Markt betreten.
Alles was man braucht, ist ein DV-Camcorder, ein Mikrophon, ein Notebook und eine (mobile) Internetverbindung. Das genügt, um jederzeit mobil und live berichten zu können. Noch dazu liefern Ustream & Co. nützliche Features: Es gibt einen Chat, man kann die eigene Übertragung aufzeichnen und den Player mit auf der eigenen Website einbinden.
Noch einfacher funktioniert Flixwagon oder Qik  – hier benötigt man nur ein Handy und eine halbwegs breitbandige Internetverbindung, um in Echtzeit mit dem eigenen Mobilfunkgerät einen Live-Stream zu produzieren. (siehe diverse Testversuche von Sascha Lobo)
Foto: via Stefan Erschwendner