• 17. Oktober 2009 18:10
  • Sendung vom 17.10.2009, Sendungsüberblick, Technologie

Die Zukunft des digitalen Lesens


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Aus aktuellem Anlass – an dem auch breitband nicht vorbeikommmt – eine Sondersendung zur digitalen Zukunft des Buches: Mit einer kurzen Einschätzung der aktuellen E-Reader, Analysen zu Lizenz -und Geschäftsmodellen für E-Books. So hatte Google zum Start der Frankfurter Buchmesse „Google Editions“ vorgestellt, bei dem jeder mit einem entsprechenden Google-Account über Google und angeschlossene Händler ein eBook beziehen und online oder offline im Browser lesen kann. Inwieweit sich das Lesen am Computer vom traditionellen Lesen unterscheidet besprechen wir mit Reinhold Kliegel, Professor für Psychologie an der Uni Potsdam. Macht es neurologisch einen Unterschied, auf welcher Oberfläche man liest? Hat oberflächliches Lesen, geringe Eintauchtiefe in Themen Folgen für das Verstehen von Texten? Oder baut sich das Gehirn um und entwickelt eine andere, effizientere, digitale Lesekompetenz? 
Markus Beckedahl vermisst Visionen nichtlinearer und multimedialer Literatur
 Gerade die Verschmelzung von Text, Audio und Videoinhalten zu etwas Neuem bietet Chancen. Vielleicht wird diese Technologie ja bald von Smartphones überholt. Diese verfügen auch über einen Browser und den passenden Rückkanal: So könnte die Zukunft des Buches viel vernetzter sein.
Doch mit dieser Vernetzung und Diskussion, die durch gemeinsames Lesen und Bearbeiten von Büchern entsteht, ergeben sich auch neue Strukturen von Eigentum und Nutzung. Denn an der digitalen Kopie eines Buches erwirbt man lediglich ein Nutzungsrecht. Das eBook kann man im Gegensatz zum gedruckten Exemplar zur Zeit weder an einen Freund verleihen noch weiterverkaufen. Darüber reden wir mit Matthias Spielkamp von iRights.info.

Dass sich sogar Remix-Kultur bei Büchern anwenden lässt, beweist der amerikanische Autor Andreas Lloyd, der sich für sein kürzlich veröffentlichtes Buch „Bootstrapping Complexity“ bei der prominenten Vorlage „Out of Control“ (http://www.mediafire.com/?tenny0l1jne) von Kevin Kelly bedient hatte. Kevin Kelly war Chefredakteur der amerikanischen Kult-Zeitschrift „WIRED“ und lieferte mit dem bereits 1997 erschienenen Buch „Das Ende der Kontrolle“ Visionen einer neobiologischen Zivilisation und selbstorganisierender Netzwerke. Durch die creative commons-Lizenz konnte der Text neu bearbeitet und aktualisiert werden.