• 3. März 2010 10:03
  • Sendung vom 06.03.2010, Sendungsüberblick

Die Realität wird neu zusammengesetzt


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Am Wochenende ist in Hannover die weltgrößte Computermesse CeBIT zu Ende gegangen. Unser Messereporter Moritz Metz war insgesamt ziemlich enttäuscht und fragt sich: Wie wichtig sind Messen heutzutage eigentlich überhaupt noch? Trotzdem sind auch an diesem Event nicht so einfach vorbeigekommen.
Passend zum Cloudcomputing Schwerpunkt der CeBit ging es bei uns in der Sendung vor allem um Bilder und das Netz. In Hannover wurde ja nicht nur der digitale Personalausweis von Innenminister De Maizière vorgestellt. Auf dem Highway zur Augmented Reality, einer digital erweiterten Realität, ist die Bilderkennung die größte Baustelle. Um die neue Welt auf smartphones darzustellen, setzt Google an der Schnittstelle zwischen GPS, Photozelle und Datenabgleich vor allem auf die hauseigene Cloud. Wie gewohnt, hat Google gleich Nägel mit Köpfen gemacht und sich in dieser Woche eine Online-Bildbearbeitungsfirma zugelegt. Allzu lange wird es bestimmt nicht mehr dauern, bis das Handy zum Abbild einer unbekannten Person im Display die passenden personenbezogenen Daten liefert. Diese neuen Möglichkeiten werfen aber auch eine Menge Fragen zum Datenschutz auf, der durch das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zur Vorratsdatenspeicherung gerade gestärkt wurde. Die Handlungsreisenden von Google, die Street View in Deutschland durchsetzen wollen, können davon bestimmt ein langes Lied singen. Außerdem werfen wir einen kritischen Blick auf die CeBIT webciety.
Wir haben versucht herauszufinden, wie digitale Bilderkennung überhaupt funktioniert. Und web2.0.-Erfinder schwärmt im Gespräch mit Moritz Metz von der Demokratisierung von Berühmtheit durch diese neue Technik.

Die Netzmusik kommt in dieser Woche von Martin Risel. Und der war, ähnlich wie Kollege Metz, vom CeBIT-Programm in Hannover ziemlich ernüchtert.

Foto: CeBIT/Moritz Metz/cc