• 20. August 2011 16:08
  • Sendung vom 20.08.2011, Topic

Die Politik der Kabel

Dank Hilfe aus Venezuela und China dockt Kuba ans schnelle Netz


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Kuba war bisher nur über langsamen und teuren Satellit mit dem Netz verbunden. Nun soll ein neues Glasfaserkabel in Betrieb gehen. Haben die Bewohner der Insel damit bald Zugang ins freie Web? Wohl eher nicht. Beobachter fürchten: Mit dem neuen Kabel wird die Karibikinsel an ein Internet mit ausgefeilter Zensurstruktur angeschlossen. Denn die Glasfaser-Verbindung wird von Venezuela und mit Unterstützung aus China bereit gestellt. In beiden Ländern mangelt es laut der Organisation Freedom House an Internet-Freiheit.

Entsteht auf Ebene des submarinen Kabel etwa eine Art sozialistisches Subnetz? Wir sprechen mit Ewan Sutherland, Experte für Telekommunikations-Politik, darüber, wie politisch die Seekabel sind, durch die das Netz fließt, wie das Glasfaser-Business funktioniert und welche Player es beeinflussen.

Die meisten Kubaner werden von der höheren Geschwindigkeit durch das neue Kabel wohl erst einmal wenig spüren. Die Regierung hat die Hoffnung auf Netz für alle gedämpft und will die Kapazität des Kabels erstmal nur für bestimmte Zwecke nutzen. Wie einige wenige Kubaner schon jetzt trotz geringer Bandbreite und von der Regierung kontrolliertem Intranet ins Netz kommen, schildert Korrespondent Martin Polansky im Portrait „Internet in Kuba“.

Zum Überblick: Greg’s Cablemap visualisiert Kabelnetze weltweit (Bild oben: Screenshot)

Quelle des O-Ton von Robert Guerra im Beitrag: Cuba 1.5? The State of the Internet and Uses of Social Media in a Changing Cuba – verwendet mit freundlicher Genehmung des Inter-American Dialogue.