• 3. Juli 2010 10:07
  • Netzmusik, Sendung vom 03.07.2010

Die Netzmusik schwitzt und klingt

Netzmusik vom 03. Juli 2010


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Zunächst beschäftigt uns eine Auseinandersetzung – bei der Hitze zum Glück nur in Worten! Es geht um die ‚American Society for composers, authors and publishers‘ (ASCAP), die derzeit richtiggehend in den Kampf zieht gegen Vereinigungen wie Creative Commons, Electronic Frontier Foundation und Public Knowlegde. ASCAP-Mitglieder erhielten in der letzten Zeit Fundraising-Mails – die Gesellschaft sammelt Geld, 

um etwas gegen die oben genannten Organisationen tun zu können. Denn diese verdrehten ‚Copyright‘ in ‚Copyleft‘, ihre Mission sei es, Musik komplett frei verfügbar zu machen und damit den Künstlern ihre Einnahmequelle zu nehmen, so die ASCAP. Creative Commons hat mit einer Stellungsnahme reagiert, wundert sich über den Angriff, stellt klar, dass es sich auch bei CC-Lizenen um Copyright-Lizenen handelt – und erinnert schließlich auch an großnamige Musiker, die ganz freiwillig hier und da Songs frei zugänglich ins Netz stellen, zum Beispiel als Remix-Futter. Die ganze Geschichte und die Links zur Musik finden Sie hier

Wer nicht rauskann in die Sonne, könnte sich auch schlicht vor seinen Rechner legen – einfach nur die Seite http://omfts.bandcamp.com/ aufrufen. Denn da strahlt es hübsch sonnengelb heraus, das passt – denn OMFTS heißt ganz einfach „One Minute for the sun“. Unter diesem schönen Titel finden Sie 25 Tracks, jeweils exakt eine Minute lang, ein großer Soundtrack für alle Sonnenstrahlen. Zusammengestellt hat das Werk das Label http://semlabel.com/. Die Künstler kommen aus der experimentellen Elektronik, arbeiten mit Sounds und Field Recordings, verpacken ihre Sonnen-Impressionen in atmosphärische Klänge. Alles instrumental, so droht auch keine kitschige Sonnenanbeter-Lyrik.

Und schließlich ein Blick nach Argentinien. Da kommen nicht nur Fußballer her, die am Viertelfinaltag die Fußballköpfe noch mal extra schwitzen lassen  – sondern auch Netzmusik. Ein ganz besonderes Duo ist „CLDSCP“ – die zwei schreiben auch keine Fußballsongs, selbst Maradona kommt nirgends vor, sondern sie widmen ihr musikalisches Tun dem „Freakfolk“. „Menso Freakfolk“ heißt die neue digitale Veröffentlichung, für die das Dub-Reggae-Label „LibreCommeLair“ extra einen Platz in der Reihe „Carte Blanche“ freigeräumt hat – hier dürfen auch Alben erscheinen, die nichts mit der musikalischen Ausrichtung des Label zu tun haben. „Menso Freakfolk“ ist ein Kinderalbum für Erwachsene, sagen die Argentinier über ihre Veröffentlichung. Für die Aufnahme brauchten sie diverse Spielzeuge, bastelten dazu ihr Beatboxing plus kleine melancholische Texte, meist über die Liebe. Keine Musik zum Fußballspiel, vielleicht aber für den Kater danach. http://www.lclweb.org/audio_lp_lclcb04.htm

Aufgemacht und geschlossen wird die Sendung von schwitzendem Dub:

Buguhina Dub mit „Gafiera Adubada“
http://www.lclweb.org/audio_lp_lcl13.htm

und

Skanderani mit „Sinai Express“
http://www.persona-isla.org/