• 21. Mai 2011 14:05
  • Besprechung, Sendung vom 21.05.2011

Die Liebe zum Daten-Öl

'Data Love' hieß auf der next11: Geschäftsmodelle für Daten finden


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Die Welt der Daten bestimmt inzwischen auch die Geschäftswelt. Zu sehen war das diese Woche bei der Webkonferenz Next in Berlin mit dem hübschen Titel „Data Love. Von der Liebe zu den Daten„. Kollege Daniel Fiene war für Breitband dabei.

Den Spruch „Daten sind das neue Öl“ gibt es ja schon länger. Kein Wunder also, dass Unternehmen ihre Liebe zu den Daten entdecken. Es herrscht Goldgräberstimmung. Bei vielen Startups dreht sich die Geschäftsidee um Daten. Wenn Daten der Rohstoff sind, aus dem heute Milliardäre gemacht werden, stellt sich eine Frage: Werden alle neuen Projekte versuchen, die Privatsphäre immer mehr zu durchdringen? Vielleicht könnte es auch Alternativen geben, und zwar weil das nicht allen gefällt. Denn wenn immer mehr Menschen das „neue Öl“ nicht liefern möchten, könnten auch Anti-Daten-Geschäftsmodelle entstehen.

Jenseits der Frage, wie Profit gemacht wird, überzeugen einige Datenprojekte durch ihr Potential. Visualisierte Check-In-Daten sollen helfen, öffentliche Transportsysteme zu optimieren. Beim Projekt Betacup wurden auf der Plattform Jovoto Wege gesucht, wie das Problem der Verschwendung von Kaffeepappbechern gelöst werden kann. Die Idee: Bonuspunkte für die Bechersparer! Und auch kranken Menschen könnten Datenprojekte helfen. Asthmapolis übermittelt automatisch Daten, wann und wo Patienten ihr Asthmaspray einsetzen. Die visualisierten Daten liefern interessante Erkenntnisse: Gibt es in einer Stadt bestimmte Gebiete oder Zeiten, wo es besonders häufig zu Asthmaanfällen kommt? Muster bei der Visualisierung könnten Patienten helfen, sie zu verstehen und ihren gesundheitlichen Zustand zu verbessern.

Foto: southgeist / Dirk Ingo Franke auf Flickr, CC-by-SA