• 15. März 2014 14:03
  • Netzmusik, Sendung vom 15.03.2014

Die Austin-Hundert

Die Netzmusik vom 15.03.2014


Qualität muss anerkannt werden, fundierte Arbeit gehört potenziert. Warum also sollte die Netzmusik nicht die sehr geschmackvolle, eklektische Auswahl weiterverbreiten, die die Kollegen des amerikanischen Radio-Netzwerkes NPR zum SXSW-Festival getroffen haben?

100 Songs haben sie ausgesucht, von den mehr als 2000 Bands und Künstlern, die auf dem SXSW auftreten. Insgesamt sechs Stunden Musik. Vivian Perkovic hat fünf Acts herausgesucht, die die Bandbreite und unseren musikalischen Geschmack treffen.

Der geht von Avantgarde-Hip-Hop, wie ihn der Detroiter Produzent und Rapper Black Milk macht, ganz klar von der anderen großen Produzenten-Figur aus Detroit beeinflusst: J Dilla. Bedeutet gewebte Beats und Samples, so dicht, dass es scheint wie aus einem Guss.

Jungle kommen aus London und  stehen dagegen für leise unterschwellige Produktionen, die sich anhören, als würden sie rückwärts abgespielt, und die R’n’B von der ganz unterkühlten Sorte hineinmischen.

Etwas mehr rohe Energie stecken Warpaint in ihre Musik, ein Frauen-Quartett aus LA. Die machen Druck, mit Sophistication und Pop.

Timber Timbre kommen aus Kanada, spielen ihre Gitarren unverstärkt und singen herzerwärmenden Singer-Songwriter-Folk.

Ihre chilenischen Wurzeln hat die Rapperin Ana Tijoux nicht vergessen, auch nicht als sie mit ihren Eltern, politischen Flüchtlingen, im französischen Exil aufwuchs. Eigentlich müsste sie mit ihren entspannt-energischen spanischen Rap-Texten schon lange viel öfter in der ersten Reihe der internationalen Aufmerksamkeit stehen. Vielleicht klappt das ja mit ihrem neuen Album in diesem Jahr, das heißt „Vengo“, genau wie der hier ausgewählte Titel.

Playlist:

1. Black Milk – Sunday’s Best

2. Jungle – Lucky I Got What I Want

3. Warpaint – Love Is To Die

4. Timber Timbre – Hot Dreams

5. Ana Tijoux – Vengo

Foto: „SXSW14- Austin, Texas – Image by Dan Taylor-81“ von Heisenberg Media