• 14. August 2008 12:08
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Der Sport geht zu Grunde; der Ball ins Netz


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Ist der Sport noch zu retten? Sind wir überhaupt noch zu retten? Vor ein paar Wochen erst strampelten „von Medizinern aufgepumpte Monster“ über die steilen Berge der Tour de France-Etappen. Jetzt turnen Sportler vor den Augen der Welt bei Olympia in Peking um 302 Goldmedaillen. Es ist eine Farce, ein gigantischer, perfekt inszenierter Betrug. „Wenn der Sport so weiter macht, schafft er sich selbst ab“, prophezeit der Sportphilosoph Elk Franke in der Berliner Zeitung. Sportler müssen heutzutage beim Thema Doping mit einer dramatischen Umkehr der Beweislast klarkommen. Elk Franke: „Früher war man so lange unschuldig, bis man überführt wurde. Heute gelten Erfolge nur, wenn der Athlet nachweist, dass er sie sauber erbracht hat.“ Inzwischen kommen einem Gedanken, dass sich sportliche Erfolge vielleicht sogar eher belastend auf die weitere Karriere auswirken könnten.
Franke fragt sich, wie lange die Zuschauer „die Erzählung vom tapferen Athleten, der keine Schwäche zeigt, noch spannend finden“.
Doch Gott sei Dank haben wir ja immer noch den Fußball. Pünktlich zur neuen Saison, die morgen Abend mit der Partie Bayern München vs. HSV gestartet wird, gibt es jetzt „90elf“, ein Hörfunk-Fußballvollprogramm im Netz (www.90elf.de) Von der Deutschen Fußball Liga (DFL) soll Regiocast Digital für rund 600.000 Euro die Live-Audioübertragungsrechte der Bundes- und der Zweiten Liga für digitale Verbreitungswege – DVB-H, DMB und Internet – gekauft haben. Am Reportermikrofon wird unter anderen der aus der ARD-Bundesligakonferenz bekannte, von vielen als „Terror-Clubberer“ gefürchtete, glühende Nürnberg-Fan Günther Koch zu hören sein. Wir haben mit Florian Fritsche, Geschäftsführer von Regiocast Digital, über Zukunftsfelder des digitalen Rundfunks gesprochen.
Doch trotz aller Fußball-Euphorie zweifeln inzwischen eigentlich nur noch die allergrößten Amateure noch nicht daran, dass auch mit dem Fußball irgendwas nicht stimmt. Spätestens, nachdem es nur noch ein offenes Geheimnis ist, dass z.B. in Spanien Fußballprofis von Real Madrid oder dem FC Barcelona auf der Kundenliste des Doping-Doktors Fuentes standen, um das Mammutpensum – Liga, Pokal, Championsleague, Länderspiele – überhaupt einigermaßen bewältigen zu können, werden auch härteste Enthusiasten nachdenklich. Sportphilosoph Elk Franke: „Neben dem Ereignis-Wettkampf gibt es heute einen Meta-Wettkampf, der um die Frage kreist: Unter welchen Bedingungen ist es dem Einzelnen gelungen, Erfolg zu haben?“