• 28. Juni 2014 13:06
  • Sendung vom 28.06.2014, Topic
  • 2 Kommentare

Der böse Neufeudalist?

Zwischen den Verlagen und Google kocht es mal wieder


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Anfang März 2013 beschloss der Bundestag auf massiven Druck von Verlagen wie Springer das sogenannte Leistungsschutzrecht. Demnach müssen Suchmaschinenbetreiber Verlegern Geld zahlen, wenn sie Artikel der Verlage teasern und verlinken. Die Betreiber von Google ließen das nicht lange auf sich sitzen und erklärten nüchtern, die Angebote deutscher Verlage, die auf solche Zahlungen bestünden, würden dann eben aus dem Angebot von Google News gestrichen.

Google hat in Deutschland über 90 Prozent Marktanteil. Verleger Christian DuMont Schütte sieht Googles Drohung als Missbrauch von Googles Stellung „mit weitreichenden Folgen für die deutschen Verlage“. Zwölf große Verlage haben nun mit der VG Media und stellvertretend für die Presseverleger beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen Google eingereicht. Aus Sicht von Gabor Steingart, Geschäftsführer der Handelsblatt-Verlagsgruppe, reicht das aber nicht.

Denn die deutschen Verleger hätten Google kräftig geholfen, sein „neofeudales Machtmonopol“ zu errichten, indem sie Texte gratis ins Netz gestellt und ihre Webseiten optimiert haben, damit Google die Verlags-Texte leichter findet. Diesen „Jahrhundertfehler“, so Steingart, müssten die Verleger nun selbst korrigieren, indem sie für ihre Texte im Netz von Google Geld verlangen.

Journalist Mario Sixtus wirft Handelsblatt-Herausgeber Steingart wiederum vor, die Lage falsch darzustellen. So behauptet Steingart, dass „alles“, was „das Google-Archiv auf seinen Servern bereithält“ von den „Autoren deutscher Verlage“ verfasst worden sei. Das sei falsch, so Mario Sixtus, die Verlage lieferten nur einen kleinen Teil der deutschen Inhalte, die Google verlinke – neben Texten von Bloggern, Universitäten oder Amazon-Rezensenten.

Klagen die deutschen Verlage zurecht gegen Googles Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung? Agiert der Konzern “neofeudal”? Philip Banse fasst die aktuelle Debatte zusammen, und wir sprechen mit dem Düsseldorfer Ökonom Justus Haucap, früher Vorsitzender der Monopolkommission, live im Studio.

Bild: Menger von Syntopia / Mikael Hvidtfeldt Christensen, CC-BY auf Flickr

Kommentare

    Klasse Sendung.

    Die Verlage haben eine gute Lobby. Der Techniker in mir sagt sich : Zu blöd eine robots.txt zu bedienen?
    Wenn man keine Content bei google plazieren mag geht das recht einfach.

    Aber die wollen gefunden werden und dafür von google Geld bekommen. (Diese …was ist ein teaser …definitionsversuch war doch schon krank…neulich)

    Irgendwie hakt das doch vollkommen.

    Und was ich auch nicht mag ist diese Arroganz dieser Verlage, als ob denen ihr content so wichtig ist und tausende Blogs sind irgendwie unwichtig, weil die haben ja keine Verlag. In punkto Fachzeitschriften haben Blogs mein leseverhalten komplett geändert. Es gibt Blogs die genau so gut sind wie teure Fachzeitschriftenist

    Gute Sendung .
    Thomas

    P.S.: Die Sortierung im Archiv ist , wie soll ich sagen, kreativ, besser wäre aber chronologisch. ;-)

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