• 3. Februar 2009 20:02
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DB gegen Beckedahl: der nächst PR-Gau bahnt sich an


Das grundliegende Prinzip des Internet ist seine Dezentralität. Die Vorteile dieser ursrpünglich militärischen Struktur gelten auch für die Blogosphäre. Mit dem Fall des Sportjournalisten Jens Weinreich, der drei Gerichtsverfahren des Deutschen Fussball Bund siegreich abwehrte – und dem allerjüngsten Abmahnversuch der Deutschen Bahn gegen das anerkannte Weblog Netzpolitik.org wird wieder einmal deutlich, wie schwer sich dezentrale Netzwerke schlagen lassen – und wie wenig diese Erkenntnis in den PR- und Rechtsabteilungen von Großkonzernen und Verbänden angekommen sind.
Bereits wenige Stunden nach Erscheinen der Meldung auf Netzpolitik, dass man von der Deutschen Bahn wegen der Veröffentlichung eines internen Memos zum DB-Spitzelskandal abgemahnt worden sei, dominiert ebendiese Meldung nicht nur den Microblogging-Dienst Twitter oder die Titelseite des Blogosphäre-Scanners Rivva.de. Das Dokument, das eigentlich aus dem Internet verschwinden sollte, wird erst recht gelesen, verbreitet – und niemals mehr verschwinden.

Etliche Blogger kommentieren die Lage, darunter Juristen, und auch die traditionellen Medien verzichten nicht auf Berichterstattung. Und all das innerhalb weniger Stunden.

Netzpolitk.org wird, wie das Portal Carta.info korrekt summiert, den Fall nicht nur nach Sympathiepunkten gewinnen. Der Schuss der Bahn dürfte nach hinten losgehen. Weil das Internet fast unschlagbar ist.
Fotos: Newthinking-Store / Flickr / CC-Lizenz und Deutsche Bahn AG