• 4. Februar 2008 21:02
  • Off-Air, Sendung vom 09.02.2008

Das unscharfe Image aufpolieren – oder: Der Tag an dem Microsoft das Internet kaufen wollte. Ein Interview zum Thema


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Die quasi Softwaremonopolisten aus Redmond, USA, habe in den letzten zehn Jahren ungefähr alles in Sachen digitale Entwicklungen verpasst, was man verpassen konnte. Das Internet, die Entwicklung einer guten Suchmaschine, die Schaffung einer relevanten Community, eines hochwertigen Emailangebots, origineller Onlineapplikationen etc. etc. Kurz die Windowsmacher liegen seit Jahren im tiefsten Tiefschlaf. Satt, unendlich reich geworden mit ihrer Gelddruckmaschine Windows ist ihnen und ihren zahlreichen Thinktanks, Laboratorien und eingekauften Start-Ups schlicht und ergreifend nicht mehr eingefallen. Das ganze Web 2.0 ist an ihnen vorbeigegangen. Nun wollen sie für 44.000.000.000 $ zurück ins Geschäft. 44 Mrd.  – das ist eine Zahl mit neun Nullen. Diese Zahl entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt eines Landes wie zum Beispiel Kroatien oder dem Jahresumsatz von BMW. Man könnte sich dafür auch beispielsweise 44 Mio. Maßanzüge, 30 Millionen Laptops,  200000 komfortable Einfamilienvillen mit Schwimmbad und Sauna im Keller, 3 Millionen Kleinwagen, 4 Mrd. Alben der Beatles,  knapp 600 Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter oder 300 Airbuskracher vom Typ A 380 oder schließlich einfach 44 Mrd. Dosen Bier kaufen, die dann in etwa einen Güterzug mit der Länge von Redmond über San Francisco bis nach Heidelberg und zurück füllen würden.
Aber Microsoft möchte dafür Yahoo kaufen und mit Yahoo eine solide Suchmaschine, ein Emailangebot, tausender aktiver Emails und vor allem eine funktionierende Onlinewerbungvermarktungsmaschine an Land ziehen. Denn da scheint in Zukunft das Geld gemacht zu werden. Der Onlinewerbemarkt wächst rasant und Google ist bisher der eindeutige Platzhirsch.
Unsere Radiofeuilletonkollegin Liane von Billerbeck sprach darüber heute mit dem Medienjournalisten Holger Ehling (MP3 hier).
Und wir sprechen die ganze Woche darüber auf breitband-online. Dazu gibt es u.a. eine umfassende Presse- und Blogschau, Gespräche, Zahlen und Hintergründe
Markus Heidmeier / Breitband