• 24. September 2016 12:09
  • Besprechung, Formate, Sendung vom 24.09.2016, Sendungen

Dampf ablassen nur noch mit gültiger Fahrkarte


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Kleidung, Technik, Spiele – Wenn wir online etwas kaufen, dann schauen wir natürlich auf die Produktbewertungen. Sterne, Punkte oder Kommentare sind da ja gängige Entscheidungshilfen. Kurz gesagt: Produktbewertungen im Netz tragen zur Kaufentscheidung bei.

Das ist auch bei der Spieleplattform Steam der Fall – eine Art App-Store für PC-Spiele, an dem Gamer und Spieleentwickler heutzutage nicht mehr vorbeikommen. Man könnte von einem Monopol sprechen. Diese Macht hat Steam kürzlich ausgespielt und einfach seine Regeln zur Produktbewertung geändert. Das kam besonders bei Spieleentwicklern schlecht an. Denn die sind abhängig von den Bewertungen ihrer Kunden.

Die Änderung war theoretisch gut gemeint, denn sie sollte falsche positive Rezensionen verhindern. Offensichtlich gab es einen Markt, auf dem eine gute Rezension gegen einen Code für ein Spiel gehandelt wurde. Du schreibst nette Worte, ich gebe dir freien Zugang zum Game – egal wie du es wirklich findest.

Dann durfte man nur eine Rezension schreiben, wenn man nachweisen kann, das Spiel über Steam gekauft zu haben. Das erregte die Gemüter. Beispielproblem: Spiele, die über Kickstarter finanziert wurden. Die Unterstützer bekommen ihren Downloadcode meist über die Crowdfunding-Plattform. Jetzt durften sie das von ihnen mitfinanzierte Spiel, das Endprodukt, nicht mehr auf dem wichtigsten PC-Game-Marktplatz bewerten.

Valve ruderte nach Kritik etwas zurück.

Johannes Kristmann vom Berliner Entwicklerstudio Maschinen-Mensch war ebenfalls nicht von dieser Entwicklung angetan, auch nach dem kleinen Rückzug nicht, denn Valve hat eine wahnsinnige Marktmacht entwickelt.

Bild: Steam Train von Nick Page auf Flickr.com CC BY