• 26. Januar 2008 13:01
  • Besprechung, Sendung vom 02.02.2008

„Conspire“ Verschwörungstheorien in digitalen Kontexten


Das Motto der diesjährigen Transmediale war „conspire“ – Verschwörungstheorien in digitalen Netzwerken wie dem Internet. Die Macher wollten Mechanismen konspirativer Strategien erkunden und, wie es im Programm heißt, für „die Entwicklung neuer digitaler Ausdrucksformen nutzbar gemacht werden“.
In der Festivalkonferenz wurde zum Beispiel über die die Aneignung der offenen Strukturen des Internets durch Terrororganisationen diskutieren. Der Chaosforscher Otto E. Roessler wird vor schwarzen Löchern warnen und der chilenische Neurobiologe Humberto Maturana will gemeinsam mit einer Sozialpsychologin kulturelle Rahmen für unterschiedliche Welt- und Realitätsentwürfe veranschaulichen.
Für unseren Kritiker Carsten Probst wurden jedoch kaum neue medientheoretische und ästhetische Positionen sichtbar. Die Einladung des Neurobiologen Maturana und Schlagworte der Konferenz wie „Simulation“, „Netzwerke“, „Repräsentation“ künden doch eher von einem Revival der 70er.

Die Preisträger des transmediale award gibt es hier:
Wer sich jenseits von künstlerischen Konzepten mit Verschwörungstheorien beschäftigt: Im Rahmen der Sendung «BekanntMachung – Magazin für Kultur und Zeitgeschichte sprach der Historiker Professsor Wippermann über das «Gerücht vom Bösen». Die meisten Verschwörungstheorien beruhen auf Gerüchten: Was sind die Quellen für die Verschwörungstheorien, die immer erneut auftauchen? Diese Quellen finden sich dort, wo auch die Brutstätten des Fundamentalismus liegen. Verschwörungstheorien werden von den Tätern, nicht von den Opfern entwickelt. Sie haben ein zähes Leben. Sie beruhen auf Mentalitäten. «Mentalitäten sind Gefängnisse von langer Dauer.»