• 6. August 2011 15:08
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 06.08.2011

China-Schelte, Patent-Geschacher und weibliches Hihi

Die Medien und Meinungen vom 06.08.2011


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Es ist der größte bisher bekannt gewordene Hacker-Angriff überhaupt: Über mehrere Jahre wurden 72 Rechner-Netzwerke angezapft, geheime Daten von privaten Firmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen abgesaugt. Nicht besonders raffiniert, aber besonders großflächig. Veröffentlicht wurden die Machenschaften von dem privaten Antivirus- und PC-Sicherheits-Anbieter McAfee. Einem Sicherheitsexperten des Unternehmens, Dmitri Alperovitch, zufolge, kann man das Aktions-Kollektiv Anonymous oder ökonomisch motivierte Kriminelle als Täter ausschließen: „Die spezifischen Informationen, auf die es die Hacker abgesehen haben, waren nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch politischer und militärischer Natur. Sowohl die Vereinten Nationen, den Verband Südostasiatischer Nationen als auch die Anti-Doping-Agentur auszuspionieren, ergibt aus ökonomischer oder cyberkrimineller Perspektive keinen Sinn. Für einige Nationalstaaten aber durchaus.“

Auch wenn Alperovitch keine Namen nenne will, wieder einmal haben gleich alle die Volksrepublik China im Verdacht gehabt. Das chinesische Außenministerium verwahrt sich allerdings gegen derartige Vorwürfe.

Wie genau der Hack funktioniert führt Symantec auf.

 

Zwischen Microsoft, Apple und Google fliegen die Fetzen. Hintergrund sind Patente, die Googles Mitbewerber bereits im vergangenen Jahr von dem insolventen Telekommunikationsausstatter Nortel übernommen haben.

“Ich arbeite seit mehr als zwei Jahrzehnten im Technologie-Sektor,” schreibt Google-Justiziar David Drummond im hauseigenen Blog, “und Microsoft und Apple sind sich immer gegenseitig an die Gurgel gegangen. Wenn sie jetzt ein Bett teilen, dann muss man sich wirklich fragen was sie im Schilde führen.”

Seine Schlussfolgerung: Durch eine Lizenzgebühr auf die Patente sollen Produkte, die mit dem Google-Betriebssystem Android laufen, teurer werden. 15 Dollar sollen für jedes Android-Smartphone anfallen. Bei 550.000 täglich frei geschalteten Geräten eine Menge Geld.

Microsoft-Justiziar Brad Smith sieht den Anschuldigungen, die Patente aus wettbewerbswidrigen Gründen ersteigert zu haben, gelassen entgegen. Er twittert:

„Wir haben Google gefragt, ob sie mit uns zusammen bieten wollen. Sie haben nein gesagt.“

Mittlerweile hat das US-Justizministerium mit einer Untersuchung des Verkaufs der Nortel-Patente begonnen.

 

Schick mir einen Tweet und ich sage dir, wer du bist. Wissenschaftlern vom MIT ist es gelungen, anhand von soziolinguistischen Analysen das Geschlecht eines Twitternden allein an seinen – oder ihren – 140-Zeichen-Botschaften zu erkennen. Bei 76 Prozent der analysierten Botschaften lag der Algorithmus richtig, bei zwei Dritteln erkannte er das Geschlecht bereits nach einem einzigen Tweet.

Die Annahme der Forscher: Je nach Geschlecht gehen die Menschen unterschiedlich mit Sprache um. Bestimmte Wortkombinationen lassen eher auf weibliche Twitterer schließen, ebenso Ausrufezeichen oder Smileys. Besonders feminin:

„Love, haha, cute, hair, miss, feel, baby, husband, sleep, hate, chocolate.”

Besonders männlich:

„http, google“

 

Foto: wordle