• 29. April 2011 19:04
  • Netzmusik, Sendung vom 30.04.2011

CC+VG=OK!?

Verwertungsgesellschaften und Creative Commons


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Der Entwurf des Konzeptes zur Kulturwertmark beschäftigt uns auch in der Netzmusik, denn er sieht u.a. eine interessante Anpassung des Urheberechts vor. Nach Ablauf einer vorher festgelegten Schutzfrist oder nach dem Erreichen eines Schwellenwertes könnte demnach ein Musikstück in den Besitz der Öffentlichkeit übertragen werden, beispielsweise unter einer freien Creative Commons Lizenz.

Mit einem ähnlichen Ansatz experimentieren bereits einige Verwertungsgesellschaften in Europa. In Dänemark, den Niederlanden und Schweden haben Künstler bereits seit Jahren die Möglichkeit, trotz der Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft einzelne Stücke im Netz unter Creative Commons Lizenzen „freizugeben“. Das erfreut dort ansässige Künstler, Labelbetreiber und Musikfans, sorgt aber auch international für Verwirrung und Unsicherheit. Die in Deutschland ansässige Verwertungsgesellschaft GEMA zum Beispiel untersagt ihren Mitgliedern so eine Freigabe.

Das Problem: Die Veröffentlichung unter einer CC-Lizenz gilt weltweit und ist nicht zurückzunehmen. Die Integrations-Projekte der VGs dagegen werden offiziell als „Pilotprojekte“ bezeichnet und sind demnach zeitlich begrenzt und können jederzeit beendet werden. Außerdem gelten die VG-spezifischen Regelungen nur innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen.

Wir sprechen mit Netlabelbetreibern aus den Niederlanden, Dänemark und Deutschland und spielen Musik von Künstlern, die von den Pilotprojekten ihrer Verwertungsgesellschaften profitieren.

Playlist:
Henrik José – Pinpointing The Problem
Moon & Sun – Salt & Indigo
Emerald Park – Ume 
Tone – Move Me Sideways
My Bubba And Me – Satisfied Mind
The Light It Up Contest — geohot
Henrik José (Bliss) – Energy Is For Henrik

Foto: CC-BY Flickr/H!ROK