• 16. September 2016 11:09
  • Breitband², Sendung vom 17.09.2016

Sprich! Mit! Mir!

Die Renaissance der Stimme im Digitalen


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Denken wir in digitalen Dimensionen, haben wir automatisch Schriftzeichen vor Augen: lange Listen geschriebener Codes, Unmengen von Nullen und Einsen. Das geschriebene bzw. getippte Wort wird jetzt aber mehr und mehr von seiner lautmalerischen Schwester abgelöst:

Das gesprochene Wort war nie weg, aber es kommt gerade wieder richtig in Fahrt. Wir telefonieren asynchron über Messenger. Lassen uns Artikel von Menschen und Maschinen vorlesen und das Wortprogramm wird zum nächsten Alleinstellungsmerkmal von Audiostreamingplattformen. Und die Google-Tochter DeepMind hat nun das Programm WaveNet vorgestellt, das natürlich klingende Sprache erzeugt. Dieser Algorithmus kann sprechen, lesen und sogar musizieren.

Elementar bei diesem Revival des Hörens ist eine Stimme, die uns all das vorträgt. Wie verändert sich die Stimme? Was ist die Definition einer „guten“ Stimme? Was löst eine gute Stimme aus? Wie hört sich das Uncanny Valley im Ohr an? Wie funktioniert digitale Sprachverarbeitung, und was bringt sie uns in der Zukunft?

Philip Banse erforscht diese Fragen in unserem Talk eine Stunde lang mit folgenden Gästen:

Resi Heitwerth ist Sprechtrainierin aus Haan. Neben ihren Coachings zu Kommunikation und Sprache beschäftigt sich damit, wie allein durch die Stimme Authenizität vermittelt werden kann.

Prof. Dr. Holger Schulze ist Kulturwissenschaftler und Professor der Musikwissenschaft an der Universität Kopenhagen, und forscht dort zu Sound und Geräuschen. Insbesondere beschäftigt er sich mit Sounds in der Medienkultur.

Dr. Tim Polzehl ist Informatiker an der Technischen Universität in Berlin. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie man aus Sprachaufnahmen automatisiert Emotionen und andere nonverbale Merkmale herauslesen kann.

Der Talk am Samstag, 17. September 2016 ab 13:05 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Redaktion: Marcus Richter und Jana Wuttke
Web: Miriam Sandabad

Foto: „His Master’s Voice“ von Steve Snodgrass, CC BY 2.0