• 12. Februar 2016 13:02
  • Breitband², Sendung vom 13.02.2016
  • 8 Kommentare

Braun, digital, vernetzt.

Der schwierige Kampf gegen Nazis im Netz


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Weltnetz, Heimatseite, E-Brief – was lustig übersetzt klingt, ist wohldurchdacht, ernst gemeint und vor allem: mit braunem Gedankengut durchzogen. Rechtsradikale Webseiten, Foren und Netzwerke benutzen zwar oft ihre eigene Sprache, bleiben aber nicht der einzige Ort im Netz, an dem Nazis kommunizieren.

In den weltweit alltäglich genutzten sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Pinterest & Co. tummeln sich ebenso viele Trolls wie tatsächliche Neonazis. Hier werden nicht nur schneller mehr Menschen und potentielle Gesinnungsgenossen erreicht, es wird auch eine öffentliche Plattform für analoge Aktivitätsplanung erschlossen. Rechte Aktivitäten in Social Networks stellen das viel beschworene Konzept von Counterspeech vor Schwierigkeiten – vor allem jetzt, wo Publikative.org, eine der wichtigsten Onlinestimmen gegen Nazis, eingestellt wird. Und in Zeiten, in denen fremdenfeindliche Hetze gegen Flüchtlinge und Anschläge auf Notunterkünfte zum erschreckenden Alltag gehören.

Doch wie kommunizieren Nazis digital? Wo organisieren sie sich? Auf welche Art und Weise verbreiten sie ihre Botschaften? Das Neonaziportal Altermedia wurde jüngst verboten, doch der schwierige Kampf gegen Nazis im Netz dauert an.

Über die Möglichkeiten der braunen Netzorganisation sprechen wir in dieser Ausgabe unseres Breitband-Talks. Haben sich Nazi-Watchblogs überholt? Was sind Alternativen für die Zukunft? Wie hat sich die Verbreitung rechten Gedankenguts im Netz entwickelt, welche Methoden und Ansprachen werden genutzt – und wie kann man ihnen nachhaltig entgegentreten? Und wie sehr bedient sich beispielsweise die AfD der rechten Rhetorik?

Philip Banse diskutiert mit folgenden Gästen:

Simone Rafael: Die Journalistin baute 2002 für den Stern und die Amadeu Antonio Stiftung www.mut-gegen-rechte-gewalt.de auf, ist heute Chefredakteurin von Netz-gegen-Nazis.de in Kooperation mit der ZEIT und entwickelt Projekte gegen Rechtsextremismus im Internet.

Felix M. Steiner: Der freie Journalist ist spezialisiert auf die Aufdeckung rechter Strukturen in der Öffentlichkeit und im Netz und schreibt/schrieb u.a. für den Störungsmelder, Publikative.org und das Magazin Cicero.

Hans Hütt: Der Autor und Berater hat den Schwerpunkt politische Rhetorik und befasst sich seit Jahren mit rechten und rechtskoservativen Strömungen in der bundespolitischen Landschaft. Er berichtet u.a. für die ZEIT, den Freitag und die FAZ.

Redaktion: Marcus Richter und Jana Wuttke
Webredaktion: Miriam Sandabad

Musik: Broke For Free – „Night Owl“ (CC BY 3.0)

Foto: „Scrambled widely across this black board“ von @sage_solar, CC BY 2.0

Kommentare

    Oh mein Gott!!
    Ich höre fast jeden Samstag Breitband, meistens mit Gewinn.
    Aber zur heutigen Sendung kannn ich mit Max Liebermann nur sagen: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

    Einen so unverhohlen einseitigen Anlauf zu öffentlich-rechtlichem Volkserziehungsradio habe ich noch nicht gehört.
    Das ist „Schwarzer Kanal“ pur – DDR-Propaganda-Rundfunkt at it’s best.
    Ersetzen Sie mal in ALLEN Äußerungen „rechts“ gegen „links“ und Sie haben eine absolut identische Sendung, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
    So schaffen Sie es garantiert, irgendwann MIT RECHT als Lügenpresse bezeichnet zu werden.
    Es ist schon übel, mit solchen Methoden die jungen Hörer (die ja wohl den Löwenanteil des Breitband-Publikums ausmachen) eineitig links bis linkspopuistisch bis linksextrem zu infiltrieren.
    Das ist nicht der Auftrag der zwangsfinanzierten ÖRs!!
    Dauert nicht mehr lange, bis Ihr eine Antifa-Sondersendung strickt, mit Claudia Roth als Gast, damit Deutschland, das Stück Scheisse, endlich verrecke.
    Na, vielen dank auch.

    wo ist es bitte „extrem“ wenn man über rechtsradikale und ihre Austauschkanäle informiert?

    Das Öffentlich-rechtlicher Rundfunk über Gebühren finanziert ist wichtig.
    Wenn man nur auf private Sender die über Werbung finanziert wird, fehlt Vielfalt.
    Diese Sender müssen bringen was die Leute hören und sehen wollen um ihre Werbung unter die Leute zu bringen.

    Öffentlich-rechtliche haben das Problem nicht, sie können ganz andere Themen behandeln.

    Ich sehe hier auch keine fundierte Kritik in dem Beitrag von Kini, das klingt eher nach Unsinn.

    Endlich mal was sachliches zu den Kanälen der derzeit so überlauten rechten Seite, danke dafür :)

    Frau Rafael hatte eine Broschüre genannt, die erst 2016 rausgekommen sei. Ich finde bei der Antonio-Stiftung aber nur welche von 2015. Könntet ihr da nochmal nen Link nachtragen? thx

    In diesem Jahr hat die Amadeu-Antonio-Stiftung eine neue Handreichung herausgebracht: „Das Bild des übergriffigen Fremden – wenn mit Lügen über sexualisierte Gewalt Hass geschürt wird“. Als PDF kann man es unter folgendem Link herunterladen:

    http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2016/neue-handreichung-das-bild-des-uebergriffigen-fremden-wenn-mit-luegen-ueber-sexualisierte-gewalt-hass-geschuert-wird-1/

    @kipa
    du solltest dringend mal zu einem Ohrenarzt.

    Danke für diese Sendung. Es ist gut und wichtig, dass das Deutschlandradio Kultur eindeutig Stellung bezieht und die Hörerinnen und Hörer (gerade die jungen) über die Machenschaften von Pegida, AfD und Konsorten aufklärt. Weiter so!

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