• 17. Juli 2015 12:07
  • Breitband², Sendung vom 18.07.2015
  • 3 Kommentare

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Was tun mit dem Hass im Netz?


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Die Plattform reddit bezeichnet sich selbst als die „Startseite des Internets“. Nimmt man das wörtlich, dann begeben sich viele Menschen zwar mit jeder Menge niedlicher Welpenvideos, aber auch mit einer gehörigen Portion Aggressivität ins Netz. Das Portal lebt von nutzergenerierten Inhalten und ist seit Jahren äußerst erfolgreich, machte in den vergangenen Tagen und Wochen jedoch vor allem mit internen Streitigkeiten und Querelen mit ihrer Community Schlagzeilen: Weil einige Foren aufgrund einer neuen Anti-Mobbing-Richtlinie geschlossen und eine beliebte Moderatorin gekündigt wurde, schlugen die Nutzer Alarm und beschwerten sich – was schließlich in Morddrohungen gegen reddits CEO EllenPao und ihrem Rücktritt gipfelte.

Beispiele wie reddit zeigen: Die Meinungsfreiheit im Netz ist eine schwierige Angelegenheit. Viele Menschen sind aggressiver, wenn sie virtuell unterwegs sind, als auf offener Straße. Das trügerische Gefühl der eigenen Unsichtbarkeit im Internet führt in harmlosen Fällen zu Kommentaren ohne Sinn, aber sehr oft auch zu offenen Anfeindungen, Drohungen und verbaler Gewalt.

Philip Banse diskutiert mit unseren Gästen über den Hass im Netz: Wie kann die geschriebene Feindlichkeit kanalisiert und moderiert werden? Welche Gegenstrategien könnten Erfolg versprechen – technische Lösungen oder persönlicher Einsatz, Klarnamen oder Anonymität? Und warum sind Rassismus und frauenfeindliche Attacken immer wiederkehrende Erscheinungen?

Zu Gast in dieser Ausgabe von Breitband²:

Ingrid Brodnig: Die Redakteurin des österreichischen Nachrichtenmagazins „Profil“ und Autorin von „Der unsichtbare Mensch. Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert“ beschäftigt sich mit dem digitalen Phänomen Onlinehass.

Maike Haselmann: Die Leiterin des Social-Media-Bereichs der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war zuvor u.a. für die Forumsmoderation und sozialen Netzwerken von Spiegel Online verantwortlich.

Katrin Rönicke: Die freie Autorin schreibt u.a. für den Freitag und die FAZ, produziert Podcasts und beschäftigt sich in ihrem Buch „Bitte freimachen“ mit Facetten der Emanzipation.

Simone Rafael: Die Journalistin baute 2002 für den Stern und die Amadeu Antonio Stiftung www.mut-gegen-rechte-gewalt.de auf, ist heute Chefredakteurin von Netz-gegen-Nazis.de in Kooperation mit der ZEIT und entwickelt Projekte gegen Rechtsextremismus im Internet.

Redaktion: Marcus Richter und Jana Wuttke
Webredaktion: Miriam Sandabad

Musik: Ucleden – Summerjam (dml deconstruction) (CC BY-NC-ND)

Foto: „Troll Ave in Fremont“ von andresmh, CC BY-SA 2.0

Kommentare

    Hallo,
    von Hrn. Banse wurde Monika Lewinski als „gutes“ Beispiel genannt, wenn es um den Umgang mit Reaktionen und Meinungsentwicklung bis hin zum Diffamieren von Personen geht, besonders im Internet.

    War es nicht viel mehr so, dass Frau Lewinski mit ihrer öffentlichen Publikation über die Affäre einen Rufmord gegenüber des US_Präsidenten Bill CLinton geführt und damit ein Leben (privat und beruflich) zerstört hat? Denn er musste als Politiker abdanken. Sie hingegen hat aus dieser Affäre durch Buchpublikation, Interviews etc. Kapital geschlagen.

    Herr Banse, meiner Meinung nach sind Ihre Recherche und Systemkritik als Redakteur, der für die öffentlich rechtlichen Sender arbeitet, zu oberflächlich und werden kaum hinterfragt.
    Bitte sprechen Sie auch deutlicher.

    PS: Frau Brodnigs Darstellungen und fachliche Kompetenz, das sie auch konsequent durch Nennung von Quellenangaben unterstrich, überzeugten mich dagegen. Vielen Dank für die Einblicke und Sichtweisen!

    […] Das haben wir letzte Woche hier bei Breitband gefragt und eine Stunde ausführlich über Mobbing, aggressive Kommentare und Shitstorms diskutiert. […]

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