• 4. April 2014 15:04
  • Sendung vom 05.04.2014, Sendungsüberblick
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Wer prägt das Bild vom Krieg?

Die Breitband-Themen am 5. April 2014


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Wer vom Krieg erzählt, lebt gefährlich. Einen Tag vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan an diesem Samstag ist die deutsche Fotoreporterin Anja Niedringhaus getötet worden – wie zuvor bereits 15 andere westliche Journalisten seit Beginn der ISAF-Mission.

Der Berliner Journalist Simon Klingert bereist die Kriegsregion seit zehn Jahren. Als eingebetteter Reporter der US-Truppen berichtet er für amerikanische Medien von der Front. Unser Autor Johannes Nichelmann hat mit Klingert und anderen Kriegsreportern gesprochen. Das Feature „Vom Krieg erzählen“ erkundet den Alltag der „embedded journalists“, von Reportern, die im Krieg innerhalb einer kämpfenden Militäreinheit arbeiten.

Eingebettete Journalisten berichten vor allem aus der Perspektive der Akteure, mit denen sie unterwegs sind, sind aber einem neutralen Ideal verpflichtet. Anders sieht es bei Berichten direkt von Kriegsbeteiligten aus. Smartphones und kleine, transportable Kameras sind überall und eben auch in Kriegen mit dabei. Hochgeladen werden diese Videos auf Youtube oder auf Seiten, die sich auf Bilder aus Konfliktgebieten spezialisieren und die Gewalt unzensiert zeigen. Bekanntestes Beispiel ist LiveLeak. Marcus Richter stellt die Plattform vor.

Über die Auswirkungen von eingebettetem Journalismus und ungefilterten Videos sprechen wir live mit Elmar Theveßen, dem stellvertretenden Chefredakteur des ZDF.

Links
I almost died in Syria – Olly Lambert
War Photographer – James Nachtwey
Carolin Emcke über die Tagung „Krieg erzählen“

Moderation: Teresa Sickert und Christian Grasse
Redaktion: Vera Linß

Foto: Simon Klingert

Kommentare

    „Hochgeladen werden diese Videos auf Youtube oder auf Seiten, die sich auf Bilder aus Konfliktgebieten spezialisieren und die Gewalt unzensiert zeigen. Bekanntestes Beispiel ist LiveLeak.“ Nach einem kurzen Blick auf diese Plattform mit der Sucheingabe „Gaza“ werden zahlreiche Videos angeboten, die vom israelischen Militär produziert werden. Korrekt: sie sind nicht zensiert, aber dafür alles andere als objektiv. Für die Verbreitung von Propagandamaterial braucht es keine neue Plattform mit einem so vielversprechenden Namen.

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