• 30. September 2016 11:09
  • Formate, Sendung vom 01.10.2016, Sendungsüberblick

Botfights, Black Panther und Sifftwitter


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Bots sind für vieles im Netz verantwortlich. Sie sammeln Daten über Webseiten, damit beispielsweise eine Suchmaschine ihre Inhalte kennt. Sie spammen und sie werten das Nutzerverhalten von Menschen im Netz aus. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 49 Prozent des Traffics auf vielen Webseiten von Bots kommt und die Hälfte aller Klicks auf Werbebanner ebenfalls.

Da die Aufgaben der Bots aber immer vielfältiger werden, teilweise eben auch einfache Entscheidungen selbst treffen, entstehen zwischenbotliche Differenzen. Eine Untersuchung zeigt, dass Bots die für die Wikipedia „arbeiten“, sich teilweise jahrelang immer wieder widersprechen. Es entstehen Botfights.

Jetzt wird vermutet, dass Bots sogar politische Entscheidungen mit beeinflussen – automatisch generierte Tweets sollen das Pro-Brexit Lager gestärkt haben. Wir sprechen mit Simon Hegelich von der Technischen Universität München, der unter anderem über die politische Einflussnahme von Botnetzen in der Ukraine geforscht hat.

Afrikanisches Nerd-Utopia

Man stelle sich mal vor: Der weiße Mann hätte niemals einen Fuß auf den afrikanischen Kontinent gesetzt. Hätte niemals das Land kolonialisiert, niemals seine Bevölkerung unterjocht und niemals seine Bodenschätze geplündert. Was dann?

Für uns Europäer könnte diese Variante der Geschichte sehr unangenehm werden, denn ohne das geraubte Gold, ohne Kupfer und ohne Bauxit oder Cobalt hätte der Westen vielleicht niemals seinen Wohlstand – und damit auch niemals seinen technologischen Vorsprung so ausbauen können. Vielleicht wäre es sogar genau andersherum gekommen, wie im Buch von Abdourahman A. Waberi.

Unter dem Banner der Marvel-Comics ist diese Idee eines schwarzen Tech-Utopias schon vor 50 Jahren wahr geworden. Personifiziert durch den ersten schwarzen Superhelden der Comic-Historie: Durch den ziemlichen nerdigen „Black Panther“. Zum Jubiläum sprechen wir mit mit dem Comic-Experten Markus Dichmann wie Utopie, Bodenschätze und Superheld miteinander zusammenhängen.

Es sifft mehr, als es twittert

In den vergangenen Wochen gab es kaum ein Thema, dass Twittercommunity so sehr spaltete: Sifftwitter. Die einen, vor allem auf der Betroffenenseite halten es für eine ernstzunehmende Hasscommunity, die anderen für eine Übertreibung empfindlicher Menschen, die nicht mit Ironie umgehen können. Azadê Peşmen versucht für uns die Fronten zu klären.

Die Medien und Meinungen sammelt Tim Wiese ein. Die Leitung der Sendung hat Jana Wuttke und an den Mikrofonen begrüßen Vera Linß und Marcus Richter. Die Netzmusik hat Roland Graffé zusammengestellt. Die Botnetze und Twittertrolle werden von Jochen Dreier gefüttert.

Bild: Mobile Suit Gundam RX78_11 von ajari auf Flickr CC BY