• 10. Dezember 2016 12:12
  • Sendung vom 10.12.2016, Topic

Bombe oder Bömbchen?

Cambridge Analytica und die Vermessung der Psyche


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„70 Likes reichen, um die Menschenkenntnis eines Freundes zu überbieten, 150 um die der Eltern, mit 300 Likes kann die Maschine das Verhalten einer Person eindeutiger vorhersagen als deren Partner“, schreibt die Schweizer Zeitschrift Das Magazin in ihrem Text „Ich habe nur gezeigt, dass die Bombe gibt“.

Er erzählt von dem Psychologen Michal Kosinski, der eine Methode entwickelte, mithilfe von Daten die Psyche eines Menschen zu vermessen. Und er erzählt von der Firma Cambridge Analytica, die diese Methode kopiert, eingesetzt und damit nicht nur den Brexit mitverantwortet, sondern vor allem Donald Trump zum Sieg verholfen hat. Jochen Dreier hat sich die Debatte um den Text angeschaut.

Können Wähler durch gezielte Werbung über die sozialen Netzwerke manipuliert werden? Das haben haben Ulrike Pompe-Alama vom Institut für Philosophie von der Uni Stuttgart gefragt. Im Anschluss sprechen wir mit dem Psychologen Patrick Mussel über die Möglichkeiten der Persönlichkeitspsychologie.

Weg von den Möglichkeiten, hin zur Verantwortung: Das Thema Big Data ist groß und verdient es, von verschiedenen Perspektiven beleuchtet zu werden. Die sozialen Netzwerke spielten bei den US-Wahlen eine große Rolle. Hierzulande ist die AfD dort sehr stark. Keine Partei hat mehr Anhänger auf Facebook.

Deshalb fragen wir: Welche Verantwortung tragen Unternehmen wie Facebook – insbesondere in Bezug auf Fake-News und Verschwörungstheorien? Warum kann sich fundierte Information so schlecht dagegen durchsetzen? Um das besser zu verstehen ist Andreea Gorbatai von der Universität Berkeley in die Untiefen von YouTube getaucht. Anja Krieger hat mit der Management-Professorin gesprochen.

Interaktives Gimmick dazu: Eine Visualisierung der Suchbegriffe Trump und Clinton auf YouTube vom Abend vor der Präsidentenwahl

Bild: Eggsplosion von Patrik Theander auf Flickr, CC BY-SA