• 27. Dezember 2008 10:12
  • Sendung vom 27.12.2008, Sendungsüberblick
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Big Brother am eigenen Leib erfahren


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Zum 25. Mal treffen sich ab heute Computer-Experten, Hacker und „Beobachter der Szene“ im Berliner Congress Centrum zum CCC: Chaos Communication Congress.
„Nothing to hide“ ist das diesjährige Motto. Besucher können freiwillig ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn jede Bewegung und jeder Kontakt mit anderen Besuchern direkt über eine Videowand gezeigt und für alle sichtbar gespeichert wird: jeder kann jeden überwachen – haben wir wirklich nichts mehr zu verbergen?
Mit dem OpenBeacon Projekt wird die Überwachung von Morgen schon Heute gezeigt. OpenBeacon ist ein freies, offenes Projekt und macht Möglichkeiten und Gefahren der aktuellen RFID Technik transparent.
Um an diesem Projekt teilzunehmen, kann jeder interessierte Besucher ein RFID Tag erwerben, anstecken und wird damit im System sichtbar. „CCC Sputnik“ heißt der elektronische Begleiter, der seine individuelle Kennung mehrfach pro Sekunde aussendet. Die Kennung wird von Lesestationen im Kongressgebäude empfangen und an eine zentrale Datenbank weitergeleitet. Die Sputnik RFID Tags können auch erkennen, ob sich ein anderer Sputnik in der Nähe befindet. So erhält das System Informationen darüber, wer sich wann und wie lange mit anderen Besuchern trifft. Die Deaktivierung und Rückkehr in die Anonymität ist denkbar einfach mit dem Entfernen der Batterie jederzeit möglich.
Zusätzlich kann der Besucher seine Konferenzplanung auf der Projektwebseite eintragen und mit der Kennung seines Sputniks verknüpfen. Die Anwendung weiß, wo sich der Benutzer befindet und zeigt dem Benutzer an, welche Vorträge als nächstes in der individuellen Planung anstehen, welche Vorträge bereits gehört oder verpasst wurden und welche anhand der Interessen noch empfehlenswert sind. Besucher mit ähnlichen Interessen oder ähnlichen besuchten Vorträge können im Umkreis angezeigt und kontaktiert werden.
OpenBeacon.org aus Berlin ist die Plattform für die Entwicklung der offenen Hard- und Software, an dem sich bereits viele freie Entwickler und Interessierte aus der ganzen Welt beteiligen. In diesem Jahr wird das Projekt unterstützt durch OpenAMD.org aus New York / USA und SocioPatterns.org aus Turin / Italien.

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