• 16. September 2009 16:09
  • Besprechung, Medienwandel, Sendung vom 19.09.2009

Beruhigungspille für die Verlage, Vorstoß bei Mikropayment-Modellen? Googles Fast Flip


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Google hat einen neuen Nachrichtendienst „Fast Flip“ gestartet, bei dem Verleger an den Werbeerlösen beteiligt werden sollen. Die Inhalte stammen derzeit von knapp 50 US- Publikationen wie der „New York Times“, „Washington Post“, „Atlantic“,  aber auch von der britischen BBC.
Entsprechend dem Trend der visuellen Darstellung, arbeitet „Fast Flip“ mit Screenshots der Seiten, die dann auf die Originalartikel verlinken. Pro Beitrag soll ein Werbeelement geschaltet werden. Damit erschließt Google einen weiteren Zweig der Onlinewerbung:  Nicht nur Adwords (Textanzeigen) sondern auch Bannerwerbung soll gezielt und benutzerorientiert geschaltet werden. Dies war bisher das Experimentierfeld der zahlreichen Google-Konkurrenten, die ihre Webangebote finanzieren wollen. Details zur genauen Aufteilung der Werbeeinnahmen wollte der Google-News-Manager Cohen nicht erläutern. Auch ist unklar, wie das neue Angebot zum Nachrichten-Aggregator Google News aufgestellt werden soll – eine Unterscheidung zwischen kostenpflichtigen Magazinartikeln und kostenlosen Nachrichten? Überschneidungen zu Google News gibt es schon jetzt, da auch  englischsprachige Texte der Nachrichtenagenturen AP und AFP in „Fast Flip“ miteinfließen.
Matthias Schwenk mutmaßt auf carta.info über die langfristige Strategie des Internetgiganten:
„Die Zukunft des Internets liegt nicht in der möglichst naturgetreuen Nachbildung gedruckter Medien. Bei Google weiß man das sehr wohl, weil dort auch an ganz anderen Kalibern gearbeitet wird, etwa an Google Wave. Das sollte auch den Verlagen bewusst sein, die an Fast Flip mitwirken.“

Bild kengo Flickr/cc