Wer darf rein ins Netzbaumhaus?

Offenheit der deutschen Netz-Elite


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Digitale Natives vs DAUs. Digital Immigrants gegen Digital Residents. Wofür es viele Begriffe gibt, gibt es noch mehr Beispiele: Eine unzureichende Kommunikation zwischen digitalen Bescheidwissen, langjährigen Bewohnern des Internets und allen anderen, für die digitale Kommunikation etwas Neues ist. Egal ob von Politik, Medien oder Wirtschaft, immer wieder fühlen sich Netzbewohner missverstanden und fordern deshalb ihre Ruhe, so wie neulich der Twitter – User @haekelschwein:

Fürs Internet sollte das Baumhaus-Prinzip gelten: Wer zu alt ist, um ohne Hilfe reinzukommen, soll uns darin auch keine Vorschriften machen.

Internetneulige empfinden solche Aussagen aber als arrogant und finden alle im Baumhaus doof, ja fast gefährlich. So entstehen dann Forderungen, die jüngst auch wieder unser Innenminister erhoben hat: Keine Pseudonyme mehr! Jeder solle im Netz unter seinem richtigen Namen auftreten. Im Netz wiederrum wird als Kettenreaktion wieder über das Unverständnis gespottet, siehe oben.

Vielleicht sollte einfach gelten:

Wer noch nie im Baumhaus war, versteht einfach nicht, welche Vorschriften funktionieren und welche nicht.

Geschrieben hat das Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de, dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung. In einem Blogbeitrag geht er darauf ein, wie sich der Dialog zwischen zwischen den Welten, der digitalen und der analogen, fruchtbarer gestalten lässt. Wir haben mit ihm telefoniert.

Bild: freebeets @ flickrCC-BY-SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen)