• 7. April 2012 12:04
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 07.04.2012

Auf#Regener, Mediennutzung, Googlebrille

Die Medien und Meinungen am 7. April 2012


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Kollegin Julia Eikmann bringt heute die Meldungen der Woche ins Studio. Großer Aufreger der Woche mal wieder die Debatte ums Urheberrecht. Vor zwei Wochen berichteten wir über Sven Regeners Schimpftirade auf Kostenlos-Kultur und Großkonzerne . Offenbar traf Regener damit einen Nerv. Bei 51 Tatort-Autoren, dem Handelsblatt und prominenten Künstlern, Politikern, Unternehmen und Medienschaffenden. Sie eint ein gemeinsamer Feind: die Piratenpartei, die das freie Kopieren befürwortet. „Enteignungs-Partei“ flucht das Handelsblatt. Markus Beckedahl von Netzpolitik hält das für „Kampagnen-Journalismus“.

Der „Auf#Regener“ auf Bayern2
Offener Brief der Tatort-Autoren
Artikel im Handelsblatt
Artikel bei Netzpolitik.org

Zweite Meldung: Der Branchenverband Bitkom hat eine Studie zum Mediennutzungsverhalten veröffentlicht, nach der inzwischen erstmals mehr als dreiviertel der Deutschen online sind. Jeder Dritte geht bereits mobil ins Netz, über ein Smartphone oder Tablet. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger, 55 Prozent nämlich, treiben sich aktiv in sozialen Netzwerken rum – angemeldet sind sogar noch mehr.

Die Macher von Zeitungen und dem guten alten Radio müssen sich aber nicht grämen: 94 Prozent der über 14-Jährigen nutzen diese Medien weiterhin. Beim Fernsehen hat sich der Trend allerdings erstmals gedreht: Die jungen Menschen, das heißt von 14 bis 29 Jahren, nutzen fast alle das Internet. In die Glotze sehen einen Hauch weniger.

Bitkom-Umfrage

Zum Schluss noch ein Osterei, wo man nicht genau weiß, was drin ist. Google scheint tatsächlich eine Augmented-Reality-Brille zu planen. Bisher gibt es nicht viel mehr als ein Konzeptvideo, das der Konzern bei YouTube eingestellt hat. Das allerdings zeigt nur, wohin die Reise bei dem „Project Glass“ gehen soll: Zu einer Hightech-Datenbrille, die zum Beispiel anstehende Termine in das Sichtfeld einblenden kann, oder einem den Weg weist, mit der man telefonieren oder fotografieren kann – wie ein Smartphone eben, nur immer parat, direkt am Auge.

Das sieht alles sehr cool aus, erinnert an Hollywood-Filme, die in der Zukunft spielen, aber wann die Datenbrille tatsächlich marktreif ist, verrät das Unternehmen nicht.

Einigen kam das, was Google da plant und vor allem, wie das Video umgesetzt war, dann doch bekannt vor. Tatsächlich hat Nokia 2009 schon ein fast identisches Konzeptvideo ins Netz gestellt.

Die kreativen Zweifler und Spötter lassen im Netz ja nie lange auf sich warten, und so gibt es auch schon einige Parodien, die zeigen, was uns „Smart Glasses“ noch so bringen könnten.

Foto oben: Szene aus „ADmented Reality – Google Glasses Remixed with Google Ads