• 15. Januar 2008 13:01
  • Sendung vom 19.01.2008, Sendungsüberblick

Archivieren wir unsere Wohnzimmer!


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Digitales Archivieren galt lange als Rettungsanker für moderige Pergamente und verblassende Tonspuren. In der kommenden Sendung gehen wir der Frage nach, ob digitale Archive tatsächlich halten, was sie versprechen. Was machen meine Kinder mit den geliebten mp3-files, wenn sich längst andere Formate durchgesetzt haben? Und wem das zu wenig juristisch ist: wie wird aus einer digitalen Kopie, die sich beliebig vervielfältigen lässt, ein beglaubigtes Original, das Generationen überdauert? Stefan Rohde-Enslin arbeitet beim Berliner Institut für Museumsforschung und findet, dass es mit einem einheitlichen Dateiformat nicht getan ist – wir müssen auch wissen, was wir vergessen wollen.
Und was geht sonst digital?
Langfristiges Denken nennt man  in der New Economy das Problem von Leuten, die mit der Gegenwart nicht zurechtkommen. Apple-Guru Steve Jobs will aber beides: kurzfristig seine Aktien mit der Ankündigung einer digitalen Videoplattform à la iTunes hochtreiben – und langtfristig die digitale Kultur als ganze transformieren. Egal wie es kommt, es wird Folgen haben, findet Stefan Heidenreich. Der Berliner Medienwissenschaflter spekuliert mit uns über das Ende der Videotheken und den Anfang des digitalen Wohnzimmers.
Die chinesische Bloggerin Zeng Jinyan wurde 2006 von Time-Magazine zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt gerechnet. Jetzt wollen die chinesischen Behörden ihr den Zugang zum Netz verschliessen, indem sie ihren Computer konfiszierten. Eleni Klotsikas portraitiert die Internet-Aktivistin.
Auch unser Blogspiel der Woche bleibt nicht folgenlos für die digitale Kultur. Tom Herr, den wir der Einfachheit halber als Herrn Herr vorstellen, hat ein neues Navi geschenkt bekommen. Das hat erst mal Folgen für seinen Speiseplan.
Markus Heidmeier leiht der Sendung darüberhinaus sein besonderes Timbre, sodass wir sie hier besonders gerne für Euch archivieren. Enjoy listening!