• 18. Dezember 2007 14:12
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Analoges Fotografieren in einer digitalen Redaktion – Die Konferenz vom 17.12.07 und alle Themen der nächsten Wochen.


BREITBAND kreist jetzt seit knapp drei Monaten um die Themen der digitalen Welt. Die Sprache im Netz, Multitasking als kulturelle Praxis, die Bedeutung von Online-Communities, User-generated-History und und und.
Um so interessanter war da der Redaktionsbesuch der Fotografin Noel Tovia Matoff am zurückliegenden Montag. Für das Deutschlandradio Programmheft Februar 08 hat sie die Breitband-Redaktion bei der Arbeit portraitiert – und zwar ganz und gar analog. Die Bilder wurden mit einer Leica eingefangen und dann postalisch zur Entwicklung gesandt. Über die Vorliebe für und die Vorzüge von analoger Fotografie habe ich heute noch ein kurzes Skype-Interview mit ihr geführt, das hier zu hören ist.

Natürlich wurde aber auch über die zurückliegenden Sendung besprochen. Die Debatte in der Redaktion über die Bedeutung des Bildes im Computerspiel war bereits
vor und jetzt auch nach der Sendung kontrovers. Wie relevant ist die Darstellung von Räumen in Computerspielen? Sind die visuellen Konzepte nicht zweitrangig, da es vorwiegend um Geschwindigkeit geht? Sind die Bildwelten in Konsolen- und Rechnerspielen Vorboten eines interaktiven Kinos oder ist das Konzept des interaktiven Films nicht schon längst gescheitert? Unlängst hatte die Süddeutsche ja über eine neue Kameratechnik unter dem Titel „Das fliegende Auge“ berichtet und auf Übernahmen der Perspektiven/Subjektiven aus Computerspielen in den Realfilm verwiesen. Das Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Stephan Günzel gab einige Antworten. Aber das Thema ist groß und viele Fragen mußten offen bleiben. Wir werden sie weiter verfolgen.

Das Schwerpunktthema der kommenden Sendung wird mit dem schwierigen Begriff Sucht befassen. Bisher kannte man vor allem die substanzbezogenen Süchte wie Heroin-, Alkohol- oder Nikotinsucht. In den letzten Jahren kommen aber zunehmend verhaltensbasierte Süchte. Als pathologische Sucht anerkannt ist bereits die Glücksspielsucht. Nun zirkulkieren immer häufiger jedoch auch Begriffe wie Mediensucht, Onlinesucht, Kommunikationssucht. Bleibt die Frage, was diese Verhaltensmuster zur Sucht macht. Ist der Nachrichtenjunkie schon krankhaft? Ist die omnipräsente Bildersucht schon klinisch zu bewerten oder eher ein kulturelles Phänomen? Und wie steht es mit dem massenhaften TV-Konsum? Sing wir alle medienabhängig Wir versuchen den Fragen im Topic der kommenden Sendung nachzugehen. Weiteres Infos gibt es dann morgen in der Vorschau.

Als kleiner Ausblick noch die Themen rund um den Jahreswechsel. Wir werden uns mit Themen wie Lokaljournalismus 2.0, Handy-TV und Architektur in digitalen Welten befassen.  Kommentare und Anregungen sind logischerweise willkommen!

Viele Grüße
Markus / BREITBAND
Grüße
Markus / BREITBAND