• 19. November 2011 12:11
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 19.11.2011

Amerika polarisiert!

Die Medien und Meinungen vom 19.11.2011


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Die Tatsache, dass Amerika polarisiert, ist keine neue Erkenntnis. In den Medien und Meinungen von Vera Linß gibt es allerdings zwei weitere Beispiele dafür.

Die Freiheit im Internet ist mal wieder ernsthaft bedroht. Diesmal aber nicht von einem Regime sondern die Bedrohung kommt aus den USA. Hintergrund: der US-Kongress debattiert derzeit über zwei Gesetzentwürfe: den so genannten „Stop Online Piracy Act“ (SOPA) und den Protest IP Act (PIPA). Beide Gesetze würden weltweit die Internet-Zensur ermöglichen, so mahnen Netzaktivisten. Die Regelungen würden es den USA gestatten, Internetanbieter zur Sperrung von Webseiten zu zwingen – wenn der Verdacht besteht, dass das Urheberrecht oder Markenzeichen verletzt worden sind oder dass ein Anbieter die Aktivität der Nutzer nicht ausreichend überwacht. „Da sich viele Datenbank- und Hardwarebetreiber in den USA befinden, würde diese schwarze Liste für uns alle eine Bedrohung des freien Internets darstellen“, sagt u. a. das Kampagnennetzwerk Avaaz und ruft dazu auf, sich an einer Petition für ein freies Internet zu beteiligen und auch die Digitale Gesellschaft hat zusammen mit über 60 Bürgerrechtsorganisationen einen Brief an den US-Kongress verfasst mit der Bitte, gegen SOPA zu stimmen und ruft zur Eile auf, denn das Gesetz könnte jederzeit verabschiedet werden , wie es heißt.

Auf der anderen Seite kommen beruhigende Töne in Bezug auf Netzneutralität aus „denselben“ USA.

Der US-Senat hatte sich in der vergangenen Woche gegen einen Entwurf des US-Kongresses ausgesprochen, mit dem die Republikaner die umstrittenen Leitlinien der FCC zur Netzneutralität kippen wollten. Das ist nun mit dem Votum des Senats gescheitert. Vielleicht hat das auch die EU inspiriert, denn das EU-Parlament hat in dieser Woche mit großer Mehrheit eine Entschließung zur Netzneutralität angenommen. Darin wird die EU-Kommission aufgefordert, sich stärker für ein offenes Internet einzusetzen. Sie soll jetzt prüfen, ob ein gesonderter europäischer Rechtsrahmen für den freien Informationsfluss im Netz nötig ist, verhindert werden soll, dass der Zugang zu Inhalten, Diensten oder Anwendungen behindert oder blockiert werden kann. Das ist nötig, denn – so die Bürgerrechtsorganisation „La Quadrature du Net“: viele europäische Telekommunikationsfirmen verletzten die Netzneutralität bereits jetzt.

Und schließlich wird nun von wissenschaftlicher Seite bestätigt: Computerspiele steigern die Intelligenz.

Die Universität Würzburg kam zu diesem Ergebnis und hat herausgefunden, dass mit bestimmten Computerspielen der Intelligenzquotient von Kindern steigt. Mit logischen Denkspielen, aufgearbeitet als PC-Spiel, sei die Intelligenz bayerischer Förderschüler in sechs Wochen um durchschnittlich 11 auf 101 IQ-Punkte gesteigert worden. Diesen Erfolg begründet man unter anderem damit, dass die Kinder gern Computerspiele spielten. Sie haben ein Ziel und werden außerdem belohnt in Spielen (mit Goldstücken z.B.) und genau das fördert das Lernen. Aus Südkorea hingegen, der asiatischen Game-Hochburg, kommen nicht so gute Nachrichten, denn Südkorea ist auch eine Hochburg der Spielsüchtigen. Angesichts von Todesfällen in Korea und China wurde jetzt in Südkorea ein nächtliches Game-Verbot für Jugendliche unter 16 verhängt. Schon seit Mai war es denen verboten, zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens online zu spielen, da viele übermüdet in der Schule erscheinen. Dieses Verbot wurde jetzt offenbar auf Spielkonsolen ausgedehnt, die ebenfalls stundenlanges Spielen übers Internet erlauben. Wie das durchgesetzt werden soll ist offen. Sony hat schon mal zugesichert, unter 16jährigen den nächtlichen Zugriff auf das Playstation-Netzwerk zu verweigern, aber wir wissen ja: jedes Verbot kann umgangen werden.