• 28. Dezember 2007 19:12
  • Sendung vom 29.12.2007, Topic

Alpha-Blogger vs. Elitejournalisten – Wahlkampf in den USA und anderswo


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In den USA haben Blogger in der Politik ziemlich viel Einfluss. Im US-Präsidentschaftswahlkampf sind sie bei den Republikanern gern gesehene Gäste. Ihre Meinung zählt. Blogger deckten eine schlampige CBS Recherche auf; der angesehene TV-Moderator Dan Rather musste seinen Hut nehmen. Das Aufkommen von Blogs hat eine enorme Wirkung auf die amerikanische Politik ausgeübt. Blogs spielen eine große Rolle beim Eintreiben von Wahlkampfspenden für die Kandidaten; indem sie bestimmte Themen aufgreifen, bringen communities die Parteien auf Kurs.
Blogger  sind sogar wichtig genug, dass man sie bei Fernsehdebatten direkt in die Sendung schaltet. Weblogs sind meinungsbildend. Zwar haben Bürgerjournalisten aus dem Cyberspace den angesehenen Printmedien noch nicht den Rang abgelaufen – amerikanische Visionäre wollten das schon vor zehn Jahren so sehen. Doch sie holen auf. Mächtig sogar. Sind Debattierclubs im Internet eine ernstzunehmende Konkurrenz für Politik und Medien? In Deutschland hat die Debatte gerade erst begonnen.
„Ich bin der absoluten Überzeugung, die gedruckte Papierzeitung, Information auf totem Holz, die stirbt mit den Leuten, die daran gewöhnt sind“, sagt Sascha Lobo. Frank Schirrmacher entgegnet: „Die gedruckte Zeitung ist nicht etwas, was jetzt sozusagen zeitlich überholt ist, sondern es ist eine Form des Denkens und des Schreibens, die für eine moderne Gesellschaft weiterhin konstitutiv bleiben wird.“